Der 17. Mai ist ein internationaler Aktionstag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie. Für diesen Tag wird die Abkürzung IDAHOBIT* benutzt. Er erinnert daran, dass Homosexualität am 17. Mai 1990 aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde.
17. Mai: Internationaler Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie
Dieser Tag ist auch ein globaler Anlass, um Bewusstsein, Solidarität und Sichtbarkeit für LGBTIQ*-Personen und -Communities sowie ihre Probleme auf globaler Ebene zu schaffen. Am 17. Mai finden auch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen von LGBTIQ*-Communities und -Organisationen statt, um auf Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung aufmerksam zu machen, denen LGBTIQ*-Personen ausgesetzt sind.
Obwohl weltweit Fortschritte bezüglich der LGBTIQ*-Rechte gemacht wurden, sind Homosexualität und unterschiedliche Arten von Geschlechtsausdruck in mindestens 67 Ländern strafbar. Die verhängten Strafen umfassen Geldstrafen, lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe. Außerdem gibt es Länder, die gerade versuchen, die Existenz von LGBTIQ*-Personen unter Strafe zu stellen. Selbst in Ländern wie Deutschland, in denen die Existenz von LGBTIQ*-Personen nicht strafbar ist und LGBTIQ*-Personen gesetzliche Rechte haben, sind Diskriminierung, Belästigung und Gewalt gegenüber LGBTIQ*-Personen leider keine Seltenheit. In Berlin dokumentierte das Berliner Register im Jahr 2024 520 LGBTIQ*-feindliche Vorfälle. Im Jahr 2025 haben die Zahlen leider zugenommen: Es wurden 569 LGBTIQ*-feindliche Vorfälle dokumentiert, davon ereigneten sich 13 in Spandau. Von den berlinweiten Vorfällen waren 192 Angriffe und Beleidigungen/Bedrohungen/Pöbeleien, davon wurden neun aus Spandau dokumentiert.
Ein Beispiel für diese Vorfälle lief wie folgt ab:
LGBTIQ*-feindliche massive Bedrohung mit einem Messer
09.01.2025
Zwei Männer (24 und 55 Jahre alt) baten im Bus der Linie N7 einen 22-Jährigen, seine Musik leiser zu stellen. Daraufhin wurden sie von ihm LGBTIQ*-feindlich beleidigt. Die beiden stiegen an der Haltestelle Siemensdamm aus, begegneten dem 22-Jährigen aber am Quellweg erneut. Dort kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 22-Jährige die Männer mit einem Klappmesser bedrohte.
Quelle: Pressemitteilung der Polizei Nr. 0090 vom 09.01.2025
Angesichts dieser dunklen Realitäten sind Anlässe wie der 17. Mai (IDAHOBIT*), der Pride-Monat und die dauerhafte Bekämpfung von LGBTIQ*-Feindlichkeit von großer Bedeutung. Zudem ist es wichtig, alltägliche LGBTIQ*-Feindlichkeit sichtbar zu machen. Deshalb bitten wir Sie, queerfeindliche Vorfälle sowie Vorfälle von Rassismus, Diskriminierung und extrem rechter Propaganda in allen Formen zu melden:
über Meldeformular: https://berliner-register.de/vorfall-melden/
via E-Mail: register.spandau@giz.berlin
Sevim Özdemir