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MiMuM-Projekt erfolgreich beendet

„Der Kurs war für mich etwas ganz Besonderes“ …

… so eine Teilnehmerin des zweijährigen Projekts „MiMuM – Muslima in Moschee und Museum“, das im November 2025 mit Besuchen im Bode-Museum und im Pergamon-Panorama endete. Frauen aus türkisch- und arabischsprachigen Moscheegemeinden in Berlin Kreuzberg und Neukölln lernten gemeinsam Deutsch und besuchten in insgesamt 19 Exkursionen zwölf verschiedene Berliner Museen und das Zeiss-Großplanetarium. Einige der Teilnehmerinnen waren vorher noch nie in einem Museum gewesen und waren zunächst skeptisch, auch weil die meisten der Museen in anderen Stadtteilen lagen. Viele der Frauen blieben normalerweise an Wochentagen bis zum Nachmittag allein zu Hause und trauten sich kaum zu, sich in der für sie fremdartigen, deutschsprachigen Umgebung außerhalb ihres Wohnumfeldes zu bewegen.

Der Unterricht, der in den Moscheegemeinden stattfand, bot ihnen die Möglichkeit, zunächst in einem geschützten Raum die deutsche Sprache und Kultur, deren Regeln und Gepflogenheiten zu erkunden. Er war zunächst auf die Notwendigkeit der Teilnehmerinnen ausgerichtet, ihren Alltag mit familiären Verpflichtungen in Berlin zu bewältigen. Dies war zunächst ihre größte Motivation, an dem Projekt teilzunehmen, denn Misstrauen, Ängste und Gefühle von Ohnmacht prägten ihren Umgang mit der deutschsprachigen Umgebung, z.B. in Kitas, Schulen, Arztpraxen, Ämtern, teilweise aufgrund von Missverständnissen und Diskrimierungserfahrungen. In den Kursen fanden sie viel Verständnis für ihre besonderen Probleme und Bedürfnisse, denn die Lehrkräfte des Projekts waren mit den kulturellen Besonderheiten der Migrantinnen aus dem arabisch- und türkischsprachigen Raum bestens vertraut.

Die Museumsbesuche boten ihnen darüber hinaus eine Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern und neue, faszinierende Erfahrungen zu machen, die schließlich viele von ihnen begeisterten.
Sie erkundeten in den Stadtteilmuseen von Neukölln und Mariendorf, im Berlin Story Bunker, im Stadtmuseum Ephraim Palais und im Technikmuseum die Berliner und die deutsche Geschichte.
Im Museum für Asiatische Kunst, im Ethnologischen Museum, im Ägyptischen Museum, im Bode-Museum und im Pergamon-Panorama konnten sie verschiedene Perspektiven auf die Welt entdecken, etwa Ideen und Vorstellungen der großen Weltreligionen und auch indigener / ethnischer Religionen im geschichtlichen Wandel – z.B., wie sie das Rollenverständnis von Mann und Frau prägten und noch prägen.
Ein Besuch des Illuseums bereitete den Teilnehmerinnen besondere Freude, denn es ist ein Museum, das vor allem Spaß macht und zum Spielen einlädt. Gleichzeitig fördert es das bewusste Wahrnehmen.
Im Zeiss-Großplanetarium konnten die Teilnehmerinnen in die Weiten des Weltalls reisen, um dann aus weiter Distanz auf unsere Erde zu schauen.

Die Museumsguides, die die Teilnehmerinnen in vielen der Museen gekonnt durch die Ausstellungen führten, sind darauf vorbereitet, Gäste mit geringen Deutschkenntnissen zu begleiten. Sie verwenden eine einfache Sprache, gestalten ihre Führungen anschaulich, dialogisch und unterhaltsam. Trotzdem sind Museumsführungen meistens vor allem auf die Wissensvermittlung ausgerichtet, so dass für den Austausch oft zu wenig Zeit bleibt. Dieser ist aber für den Spracherwerb der Lernenden besonders motivierend und hilfreich. Deswegen wurden in unserem Projekt auch offene Museumsbesuche angeboten, mit nur einigen Hinweisen und Anregungen zu den Exponaten, dafür aber mit viel Zeit und Raum für eigene Entdeckungen, Fragen und Gespräche.

Das Projekt verdankte seinen Erfolg nicht zuletzt auch dem außergewöhnlichen Engagement der Lehrkräfte in den Moscheegemeinden. Am Schluss waren sie und die Teilnehmerinnen sich einig, dass sie sich in Zukunft weitere, ähnliche Projekte wünschten.

Heike Rohmann

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