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Sprachmittler*innen stärken!



Sprachmittler*innen leisten einen gesellschaftlich enorm wichtigen Beitrag. Sie übersetzen, vermitteln und tragen so zum gegenseitigen Verständnis kulturell diverser Gesprächspartner*innen bei. Auch über die Übersetzungstätigkeit hinaus, stehen Sie engagiert und helfend Geflüchteten und Neuzugewanderten zur Seite. Dabei stellen sie sich vielfältigen Herausforderungen, die durch Erwartungen, den eigenen hohen Anspruch sowie durch potentiell belastende Arbeit mit nicht selten traumatisierten, schutzbedürftigen oder von Diskriminierung betroffenen Klient*innen entstehen können.

GIZ gGmbH bietet seit 2018 ein kostenloses Fortbildungsprogramm für ehrenamtliche und professionelle Sprachmittler*innen an, um ihre Handlungskompetenz in der täglichen Arbeit zu stärken. Das Angebot wird gemeinsam mit den Kooperationspartnern Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Mitte (AWO Mitte) e.V., der Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen (KuB) e.V. sowie mit dem Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e.V. im Rahmen des Projekts „AM19 BE5241: Rechte stärken! Behördenunabhängige Rechtsberatung für asylsuchende Menschen“ umgesetzt.

In 14 Workshops können Teilnehmende ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu diversen thematischen Schwerpunkten vertiefen. Diese werden mit Expert*innen und Fachkräften aus den jeweiligen Bereichen durchgeführt. Die Workshops haben nicht nur die fachliche Qualifizierung zum Ziel, sondern ermöglichen auch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem individuellen Umgang bei Stress und anderen Belastungsfaktoren. Die Teilnehmenden lernen das Konzept der Psychohygiene kennen und erarbeiten, im Rahmen eines kollegialen Austausches, Bewältigungsstrategien und präventive Maßnahmen zur Förderung der Handlungskompetenz und mentalen Gesundheit.

Sprachmittler*innen können an allen Workshops teilnehmen und damit ein Gesamtzertifikat erhalten oder einzelne Themen, nach Interessen und Bedarf, auswählen. Workshops finden monatlich an einem Samstag statt. Um ein Anmeldeformular zu erhalten, können Sie eine informelle E-Mail an amif@giz.berlin schicken. Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind. Vorrang haben Personen, die in Berlin in der Sprachmittlung tätig sind.

Unser Angebot:

Grundlagen der Sprachmittlung in der Arbeit mit Geflüchteten und Neuzugewanderten

Workshop 1: Einführung in die Sprachmittlung (Online)
Termin: 20.02.21, 10:00 – 14:00 Uhr

Dieser Workshop dient zur Einführung in die vielfältigen Facetten der Sprachmittlung. Es werden grundlegende Begriffe, Rollenverständnisse und Kompetenzprofile geklärt. Ziel des Workshops ist die Handlungskompetenz von Sprachmittler*innen zu stärken. Einen Schwerpunkt stellt der Umgang mit Stress in der Sprachmittlung dar. In Übungen und Fallbesprechungen werden potentielle Belastungsfaktoren und ihre Konsequenzen beleuchtet. Die Teilnehmenden lernen präventive Maßnahmen kennen und erarbeiten gemeinsam Strategien, die dem eigenen Wohlbefinden förderlich sind.

Workshop 2: Praxisrelevante Techniken des Dolmetschens und der Sprachmittlung (Online)
Termin: 20.03.21, 10:00 – 14:00 Uhr

Sprachmittler*innen sind zugleich das Ohr und der Mund geflüchteter Menschen. Sie dolmetschen und erklären auch komplizierte und anspruchsvolle Sachverhalte. Doch welche Dolmetschtechniken gibt es, um diese Sachverhalte vollständig und inhaltlich bestmöglich wieder zu geben, ohne sich selbst dabei einem zu großen Stress auszusetzen? In diesem Workshop werden die Grundlagen des Dolmetschens und spezifische Dolmetschtechniken vermittelt, welche in kleinen Gruppenübungen erprobt werden und eine praxisrelevante Hilfe für Sprachmittler*innen darstellen sollen. Sie lernen hier, welche Werkzeuge professionelle Dolmetscher*innen nutzen und auch von Ihnen in der Praxis eingesetzt werden können, damit Ihnen das Sprachmitteln zukünftig noch besser gelingt.

Workshop 3: Asylanerkennungsverfahren und anwaltliche Betreuung (Online)
Termin: 17.04.21, 10:00 – 14:00 Uhr

Die Sprachmittlung für Geflüchtete im Anerkennungsverfahren erfordert sprachliche und sachliche Kenntnisse über die rechtlichen und verfahrenstechnische Rahmenbedingungen. Sie erfahren hier, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Aufenthalt in Deutschland sind und welche Auswirkungen sie im Alltagsleben der Betroffenen hat. Zudem wird die Sprachmittlung in der anwaltlichen Betreuung thematisiert.

Sprachmittlung mit besonderen Beratungsschwerpunkten

Workshop 4: Sprachmittlung mit LSBTI-Geflüchteten (Online)
Termin: 08.05.21, 10:00 – 14:00 Uhr

Lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans* und inter* (LSBTI) Geflüchtete gehören zu einer besonders schutzbedürftigen Gruppe. Geflüchtete LSBTI erleben Diskriminierung und Gewalt nicht nur in ihren Herkunftsländern, sondern machen auch traumatisierende Erfahrungen auf der Flucht. Angekommen in Deutschland sind sie zudem Diskriminierungen wie Rassismus, Homofeindlichkeit, Transfeindlichkeit etc. ausgesetzt. Die Arbeit mit geflüchteten LSBTI erfordert daher eine besonders sensible Sprachmittlung. Dieser Workshop vermittelt Wissen zu Terminologien und Fluchtgründen, beleuchtet potenziell belastende Dolmetschsituationen und ermöglicht einen kollegialen Austausch zur Sprachmittlung im LSBTI-Kontext.

Workshop 5: Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten (Online)
Termin: 12.06.21, 10:00 – 15:00 Uhr

Geflüchteten sind häufig im Herkunftsland oder auf der Flucht belastende Erlebnisse widerfahren. Aber wann ist es ein Trauma? Woran erkenne ich ein Trauma? Was macht eine traumatische Belastung mit einem Menschen und seinen Angehörigen? In diesem Workshop soll die psychologisch-fachliche Sicht auf traumatische Belastungen erläutert werden. Sie erhalten wichtige Informationen für die Sprachmittlung und lernen Unterstützungsmöglichkeiten für traumatisierte Menschen im Alltag kennen. Zudem wird auch das Risiko einer Sekundär Traumatisierung thematisiert und Methoden der Selbstfürsorge erschlossen.

Workshop 6: Workshop 6: Reflexion der eigenen Grenzen in der Sprachmittlung (Online)
Termin: 10.07.21, 10:00 – 15:00 Uhr

Sprachmittler*innen werden mit diversen Lebensbereichen geflüchteter Menschen konfrontiert. Dabei können auch emotional belastende und traumatisierende Themen Gegenstand der Sprachmittlung sein. Es wird eine empathische Haltung, aber auch gleichzeitig professionelle Distanz erwartet. Unerwartete Situationen sowie äußere Faktoren können zusätzlich Stress auslösen und Sprachmittler*innen an ihre Grenzen bringen. Anhand interaktiver Reflexionsmethoden lernen Sie hier, mit Nähe und Distanz zu Klient*innen umzugehen, sowie Ihre eigenen Grenzen zu berücksichtigen.

Workshop 7: Diskriminierung und Rassismus entgegentreten (Online)
Termin: 07.08.21, 10:00 – 16:00 Uhr

Sprachmittler*innen sind Zeug*innen von diskriminierendem und rassistischem Verhalten gegenüber Geflüchteten und oft ebenso betroffen. Dies kann auf offener Straße geschehen, aber zunehmend sind auch in Behörden und öffentlichen Institutionen solche Verhaltensweisen zu beobachten. Es ist schwierig diese zu thematisieren, ohne dass es zum Nachteil von Klient*innen geschieht. Hier können Strategien besprochen und entwickelt werden, um Vorurteilen und Diskriminierung entgegenzutreten und den passenden Umgang zu finden. Auch bietet der Workshop einen sicheren Raum, um eigene Diskriminierungserfahrungen anzusprechen und sich über Handlungsoptionen auszutauschen.

Workshop 8: Beratung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
Termin: 11.09.21, 11:00 – 16:00 Uhr

Hier werden besondere Aspekte der Sprachmittlung für junge unbegleitete Geflüchtete beleuchtet. Im Vordergrund stehen die relevanten Bereiche der Jugendhilfe. Dabei werden kulturelle Aspekte im Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Erwachsenen reflektiert und auf die Unterstützungsmöglichkeiten und Rechte der Minderjährigen eingegangen. Hier lernen Sie, wie der respektvolle Kontakt gestaltet werden kann und wie Jugendliche darin unterstützt werden können, ihre Rechte im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes wahrzunehmen.

Workshop 9: Sprachmittlung in der Frauenberatung
Termin: 09.10.21, 11:00 – 16:00 Uhr

In der Arbeit mit Geflüchteten ist es wichtig mit schutzbedürftigen Personen sensibel umzugehen. Individuelle und kulturelle Prägungen können verhindern, dass die Sprachmittlung diese sensiblen Aspekten berücksichtigt. Für Frauen kann es aus Angst vor Verurteilung unangenehm oder unangebracht erscheinen, Persönliches zu äußern. Hier lernen Sie, was eine sensible Sprachmittlung berücksichtigen sollte und wie schutzbedürftige Frauen unterstützt werden können.

Gesellschaftliche Teilhabe und Integration neuzugewanderter und geflüchteter Menschen

Workshop 10: Erziehungs- und Bildungswesen
Termin: 27.11.21, 11:00 – 16:00 Uhr

Geflüchtete Menschen haben häufig wenig Informationen über das Schul- und Bildungswesen. Auch zu Unterstützungsmöglichkeiten bei der Erziehung der Kinder haben geflüchtete Familien weniger Zugang. Für Sprachmittler*innen können fehlende Kenntnisse über Schul- oder Klassenformen bzw. über rechtliche Unterstützungsmöglichkeiten zu Schwierigkeiten in der Sprachmittlung führen. Hier soll ein Überblick über verschiedene Bildungswege gegeben und Anlaufstellen vorgestellt werden. Auch der Umgang mit Schulen und Lehrkräfte soll besprochen werden.

Workshop 11: Ausbildung und Arbeit
Termin: 04.12.21, 11:00 – 16:00 Uhr

Der Gelderwerb ist eine zentrale Frage im Leben geflüchteter Menschen. Sie haben oftmals einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt und sind im Zweifelsfall auf eine Beratung angewiesen. Hier soll ein Überblick über die Strukturen des Arbeitsmarktes und längerfristige Perspektiven durch Ausbildung und Qualifikation gegeben werden. Es werden die Zuständigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Diplome sowie Netzwerke für die Beratung Geflüchteter und Migrant*innen vorgestellt.


Workshop 12: Wohnen und Wohnungsmarkt
Termin: 15.01.22, 11:00 – 16:00 Uhr

Das Thema der Wohnungssuche gehört zu den existentiellen Fragen für Geflüchtete und ist mit vielen undurchsichtigen Praktiken verbunden. Die Teilnehmenden erhalten die nötigen Informationen, um alle Schritte vor, während und auch nach der Suche nach einer Wohnung zu begleiten. Rechte und Pflichten von Mieter*innen werden erläutert und Mieterberatungsstellen vorgestellt. Hier lernen Sie, welche Standards bei der Wohnungssuche existieren und werden über die Gefahren illegaler Praktiken auf dem Wohnungsmarkt informiert.


Workshop 13: Strukturen des Gesundheitswesens in Deutschland
Termin: 12.02.22, 11:00 – 16:00 Uhr

Was bezahlt die Krankenkasse? Welcher Arzt ist der Richtige? Wann muss jemand in die Notaufnahme? In einem Überblick soll das Gesundheits- und Pflegesystem erläutert werden. Hier lernen Sie das Gesundheitssystem in seinen Grundzügen kennen und die Zuständigkeit der verschiedenen Ärzte. Der Schwerpunkt liegt hier auf die Sprachmittlung in unterschiedlichen Settings.

Workshop 14: Strukturen des Sozialwesens in Deutschland
Termin: 12.03.22, 11:00 – 16:00 Uhr

Was macht das Sozialamt und worum kümmert sich die Rentenkasse? Wofür sind die Wohlfahrtsverbände zuständig? Sprachmittler*innen erhalten im Workshop einen Überblick über die Strukturen und Aufgaben der öffentlichen Verwaltung und der freien Wohlfahrtspflege, insbesondere in Bezug auf ihre Zuständigkeit für geflüchtete Menschen. Sie erfahren außerdem, wie die Sozialgesetzgebung gegliedert ist und können wichtige Begriffe besprechen bzw. kennenlernen.

Workshops, die nicht als Online-Veranstaltung gekennzeichnet sind, werden in Präsenz unter Berücksichtigung der Hygieneregeln geplant. Dies geschieht mit Vorbehalt und muss eventuell den Umständen entsprechend angepasst werden.

Kontakt:
Bei Interesse oder Fragen können Sie gerne eine E-Mail an amif@giz.berlin schreiben.


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.

Die letzte Version wurde erstellt am Mittwoch, 10. November 2021  |  2645 mal gelesen
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